2026-04-25

Written by: sash

Jacken sollten nicht vibrieren. Was zuvor geschah: Irgendwie hab ich Angst. Oder? Ich spiele meine Violine, die Musik fließt. Mein Notenständer in der Ecke des kleinen Zimmers, links der ergiebige Türrahmen der das schwarze Zimmer nebenan offenlegt.
Die Musik fließt, solange, bis plötzlich Finger ganz heimlich und versteckt den Türrahmen entlang zu mir kriechen, zwei mal 4, zwei mal 5, irgendwie so, wurstig, weiß. Also 8-10 Weißwürstchen insgesamt mit einem Ton lila/rosa kann man sagen.

Ich erschrecke und kann bald nicht mehr spielen. Es ist schwierig, sich zu konzentrieren, wenn du weitere Fingerbesuche erwarten könntest. Das Lied bricht ab, die Geige wird gesetzt, ich wandele den Flur.

Das Licht ist grell und weiß, die andockenden Zimmer sind offen und tief und schwarz. Ich kann nicht gut und nicht mehr, doch, langsam gruselt's mich sehr. Und wenn es gruselt gibt es nur eine Option: ich gehe in das schwarze Zimmer hinein, die Dunkelheit wäscht über mich. Nachdem Katzengeräusche die Schattenwelt nicht sehr beeindrucken, gehe ich in souveräner Stimme weiter und grüße sie auf die altmodische und eingesessene Art. Ich wünsche den guten Abend und setze mich in den Sessel der nicht mir gehört aber eigentlich jetzt schon, hauptsache ich sitze nicht auf meinem guten Hut. Müde bin ich, wenn man träumen soll, aber nicht schläft, dann holt sich der Kopf erbarmungslos was er meint es stehe ihm zu: die Dunkelheit wäscht über mich.

Mit jedem Puls meines Herzens wäscht sie über mich erneut, jedes mal mehr ist was ich danach sehe fremder geworden.

Während meine visuelle Verkabelung die Schattenwelt runterlädt und rendert versuche ich schonmal den Multiplayer richtig zu betreten.
Eine Frau in der Ecke, ihre Form erinnert an die von diesem Picasso Kubismus von vier nackten Frauen, nur ist sie nicht nackt, wichtig ist die Kleidung aber auch nicht. Ein jemand anderes in der anderen Ecke. Im Rahmen des Zwischenbogens des großen Zimmers lugt die Kleiderpuppe die ich habe mir entgegen, nur trägt sie nun einen kleinen Querschnitt eines Bienenstocks aus purem Gold (oder so. schick halt). Die drei Gestalten sind stumm. Meine Augen sind immer noch in der Wäscherei. Ich sage den dreien es ist okay, dass sie stumm sind. Ich bin müde.
Vor dem inneren Auge sehe ich einen alten Freund auf dem Boden liegen - er ist verschrumpelt und vergammelt, ich habe ihn zu lange nicht besucht und ihm zu lange keine Arbeit gegeben. Es ist der Pyramidenkopf.

Der Pyramidenkopf hat seine Gestalt fast vollkommen von dem aus Silent Hill abgeleitet, nur das seine Pyramide nicht so nach unten neigt, und auch nicht so metallisch wirkt. Außerdem hat er Kleider an. Er trägt passend zu seinem Helm immer schwarz. Der Schnitt erinnert an indisch, vielleicht afrikanisch, irgendwie so ein Zeug, hauptsache nicht europäisch wenn du verstehst. Toller Kerl. Ich erzähle seine Geschichte in einem anderen Post vielleicht weiter. Ich sollte mich versuchen, daran zu erinnern zu erwähnen, dass er sich zum Pause machen in ganz viele Mini Versionen seiner selbst zerflossen hat mal. Dieser Satz wird ironisch. Das Bild von ihm wie er vor sich hingammelt kommt und geht auch so schnell wieder. Es ist die wichtige Erinnerung für mich und den gewünschten Weg.

Irgendwann danach wird die Augenwäsche fertig schätze ich. Ich starre die ganze Zeit nur die Wand an, die so voll von Formen und seltsamen Dingen ist (ich habe sie so angemalt mal). Zum Beispiel ein gemaltes Fenster. 3D Formen. Streifen. Ein Gemälde. Fotos, Zitat, Gesichter, Augen überall. Während die Wäsche lief wackeln die Sachen immer mehr mit. Jetzt ist die Wäsche fertig und die Wand ist bereit mir ihre Wahrheit für diesen Abend zu zeigen. Ich kann nicht verstehen was oder wen ich sehen soll. Die Elemente schlossen sich zusammen zu einem gigantischen Gesicht, das mich an asiatische Dämonengesichter oder sowas erinnert. Je länger der Blick, desto schärfer das Gesicht. Dafür wie groß und eindrucksvoll es zu mir kam hat es nichts wirklich gesagt. Keine Ahnung. Ein nicht interaktives Symbol. Naja. Ich hätte es vielleicht ansprechen sollen statt es nur anzustarren. Ich glaub ich war etwas unhöflich. Verdammt. Hate it when I just stare at people for 5 minutes instead of greeting them. Muss morgen nochmal vorbei und mich entschuldigen ig. Ja, ich denke auf die Knie wird gut sein. Das Gesicht kam schon eher wie einer der Götter rüber, eieiei. Mundfrau, rette mich! (Mundfrau ist eine andere Geschichte.) Ich bin aber müde jetzt, daher der Rest der Geschichte: jemand direkt neben mir, Frau aus Ecke macht Zeitdruck mit ihrer Gigauhr, mir wird von hinten einmal das Genick gebrochen, ich erfahre einen extremeren Angstzustand nachdem ich mich frage, welches der Fenster mich anlügt. Danach entdecke ich den Schattenmensch der anderen anderen Ecke, am Anfang steht er cool da, dann komme ich näher und langsam wirds ekelhaft (no offense Mr. Angst, its not abt you!). Warum, das kann man dann in Teil 2 dieses Posts lesen. Vielleicht. Trolololololo Kurzer Psychosemoment und danach Glück gefunden. Insgesamt ein sehr erfolgreicher Besuch zu den Schattenmenschen und ich bin dankbar. Frage an mich selbst der Dunkelheit mehr Farbe zu geben.